Werdenfelser Weg bei Demenz: Selbstbestimmt leben im Haus Marienthal

Presse - Veröffentlichung | 24.09.26
TEILEN

Der Werdenfelser Weg bei Demenz stellt Selbstbestimmung und individuelle Lösungen in den Mittelpunkt. Im Seniorendomizil Haus Marienthal in Deggendorf wird das Konzept seit 2024 umgesetzt.

Werdenfelser Weg bei Demenz im Haus Marienthal

Wie können Menschen mit Demenz möglichst selbstbestimmt leben und gleichzeitig die Unterstützung erhalten, die sie benötigen? Im Seniorendomizil Haus Marienthal in Deggendorf beschäftigt sich das Team täglich mit dieser Frage.

Seit 2024 setzt die Einrichtung den Werdenfelser Weg bei Demenz um. Das Konzept hinterfragt freiheitsentziehende Maßnahmen wie herkömmliche Bettgitter oder Gurte im Rollstuhl sowie sedierende Medikamente und sucht nach individuellen Alternativen, wo dies medizinisch möglich und vertretbar ist.

Bei sturzgefährdeten oder an Demenz erkrankten Bewohnerinnen und Bewohnern kommen im Haus Marienthal beispielsweise Klingelmatten zum Einsatz. Sie geben ein Signal, wenn jemand aufsteht. So können Mitarbeitende reagieren und bei Bedarf rechtzeitig unterstützen.

Biografiearbeit schafft individuelle Zugänge

Neben dem Werdenfelser Weg spielt die Biografiearbeit eine wichtige Rolle. Gespräche mit Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Angehörigen helfen dabei, frühere Gewohnheiten, Erfahrungen und vertraute Routinen kennenzulernen.

„Bei der Betreuung unserer Bewohner mit Demenz ist darüber hinaus die biographische Arbeit das A und O“, erklärt Anja Fehler, stellvertretende Pflegedienstleitung im Haus Marienthal.

Gerüche, Musik oder Bewegung können Erinnerungen ansprechen und einen Zugang zu den Bewohnerinnen und Bewohnern schaffen.

Wie individuell die Betreuung sein kann, zeigt ein Beispiel aus dem Haus: Ein Bewohner stand regelmäßig sehr früh auf. In Gesprächen stellte sich heraus, dass er früher im Schichtdienst gearbeitet hatte und über Jahre gegen 3.30 Uhr aufgestanden war. Im Haus Marienthal wurde diese vertraute Routine berücksichtigt – in diesem besonderen Fall auch mit einem Frühstück am frühen Morgen.

Selbstbestimmung bei Demenz bewahren

Der Werdenfelser Weg bei Demenz und die individuelle Biografiearbeit verfolgen im Haus Marienthal einen wichtigen Gedanken: den Menschen und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu stellen.

„Ein an Demenz erkrankter Mensch wird nicht wieder zum Kind, er bleibt trotzdem ein Erwachsener“, betont Anja Fehler.

Gerade bei Veränderungen können vertraute Gerüche oder Musik helfen. Auch wenn Sprache zunehmend eingeschränkt ist, bleiben Möglichkeiten zur Kommunikation – etwa über Berührungen, Blickkontakt oder basale Stimulation.

Das Haus Marienthal setzt dabei auf individuelle Betreuung und einen möglichst selbstbestimmten Alltag. Anja Fehler bringt den Ansatz auf den Punkt:

„Was zählt, ist, dass es ihnen in diesem Moment gut geht.“

Weitere Einblicke in die Arbeit des Haus Marienthal und den vollständigen Presseartikel finden Sie hier:
➡️ Zum Artikel der Donau-Anzeiger

Mehr aus Presse - Veröffentlichung

Haus Konrad zu Gast bei Radio free FM

Fabian und Caro vom Seniorendomizil Haus Konrad waren zu Gast bei Radio free FM. Im Gespräch ging es um die Arbeit des Vereins Heart for Life, den Alltag im...

Bademantel-Challenge: Haus Sebastian macht Demenz sichtbar

Eine ungewöhnliche Aktion mit einer wichtigen Botschaft: Mitarbeitende sowie Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorendomizils Haus Sebastian waren im Bademantel in der Illertisser Innenstadt unterwegs. Damit machten sie auf das...

Weltkindertag verbindet Generationen und eröffnet die Demenzwoche

Gemeinsam feiern, Erinnerungen wecken und auf Demenz aufmerksam machen: Rund um das Mehrgenerationenhaus wurde der Weltkindertag mit vielfältigen Aktionen gefeiert. Auch die Seniorenresidenz Weserstraße beteiligte sich und nutzte den...

Zwei Jobs, eine Mission: Manuela Müller in Schwerin

Für Menschen da sein – das verbindet die beiden Aufgaben von Manuela Müller. Sie leitet gemeinsam mit einer Kollegin den betreuenden sozialen Dienst unserer Seniorenresidenz Schwerin und ist zugleich...

Demenz ist keine Frage des Alters

Wann ist Vergesslichkeit noch normal – und wann kann mehr dahinterstecken? Mariola Wiedenhöfer, Demenzexpertin im Kaiserpalais Königswinter, spricht im Interview mit dem General-Anzeiger über mögliche Anzeichen einer Demenz, jüngere...

Digitalisierung in der Pflege: Warum Technik allein nicht reicht

Wie gelingt Digitalisierung so, dass neue Lösungen im Pflegealltag tatsächlich genutzt werden? Ein aktueller Beitrag im Fachmagazin Altenheim geht dieser Frage nach – und zeigt anhand konkreter Erfahrungen, warum...

Neuer Pflegestudiengang: compassio wird Praxispartner der HNU

Die Hochschule Neu-Ulm (HNU) startet zum Wintersemester 2026/27 den neuen berufsbegleitenden Bachelorstudiengang „Evidence Based Nursing“. compassio begleitet den Studienstart als Praxispartner: Im Seniorendomizil Haus Michael in Ulm-Böfingen erhält eine...

Werdenfelser Weg bei Demenz: Selbstbestimmt leben im Haus Marienthal

Der Werdenfelser Weg bei Demenz stellt Selbstbestimmung und individuelle Lösungen in den Mittelpunkt. Im Seniorendomizil Haus Marienthal in Deggendorf wird das Konzept seit 2024 umgesetzt.

...

Hunde schenken Erinnerungen: Tiergestützte Therapie im Haus Rudolf

Im Seniorendomizil Haus Rudolf in Durmersheim sorgt Therapiehündin Lola-Sue regelmäßig für besondere Begegnungen. Gerade bei Menschen mit Demenz können die Besuche Erinnerungen wecken, Gespräche anregen...

VfL Wolfsburg zu Besuch in Meine

VfL Wolfsburg in Meine: Fußballprofis packen mit an

Spielerinnen und Spieler des VfL Wolfsburg waren in Meine zu Gast und tauschten für einen Tag den Fußballplatz...